Jahres- und Wirkungsbericht 2025 

Familien stärken. Versorgung verbessern. Wirkung entfalten.

Wie erreichen wir Familien frühzeitig mit passender Unterstützung? Wie begleiten wir Eltern, wenn ihr Kind schwer oder chronisch erkrankt ist? Und wie lassen sich Hilfen so verbinden, dass Familien im Alltag wirklich davon profitieren?

Der Jahres- und Wirkungsbericht 2025 gibt Einblick in die Arbeit der Stiftung SeeYou, die Ergebnisse unserer Angebote und die Wirkung, die wir gemeinsam mit Familien und Partnern erzielen.

Mit dem von SeeYou entwickelten Programm Babylotse werden Familien bundesweit frühzeitig erreicht und bei Bedarf mit passenden Unterstützungsangeboten vernetzt. In Hamburg setzen wir das Programm in Geburtskliniken und kooperierenden Arztpraxen um. Mit der Sozialmedizinischen Nachsorge begleiten wir Familien am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift und am Marienkrankenhaus nach dem Krankenhausaufenthalt eines schwer oder chronisch kranken Kindes.

Der Bericht orientiert sich am Social Reporting Standard (SRS). Er macht unsere Ziele, Aktivitäten und Ergebnisse transparent und zeigt, wie wir uns für eine familienorientierte Versorgung einsetzen.

SeeYou in Zahlen: 2025

36.672 Familien
erhielten bundesweit Beratung und Begleitung durch Babylotsinnen.

8 Geburtskliniken
in Hamburg setzten Babylotse in Trägerschaft von SeeYou um.

76 % Screeningrate
erreichten die Hamburger Babylotsinnen in den Geburtskliniken. Damit wurde ein wichtiger Zugang geschaffen, um psychosoziale Belastungen frühzeitig zu erkennen und Familien bei Bedarf Unterstützung anzubieten.

2.518 Leistungseinheiten
erbrachte die Sozialmedizinische Nachsorge 2025 – 40 % mehr als im Vorjahr.

133 abgeschlossene Nachsorgefälle
30 Familien mehr als 2024 erhielten Unterstützung beim Übergang vom Krankenhaus in den Alltag.


Den vollständigen Bericht lesen

Welche Ergebnisse wir 2025 erzielt haben, wie unsere Angebote wirken und welche Herausforderungen vor uns liegen, erfährst du im vollständigen Jahres- und Wirkungsbericht.

SeeYou im Überblick

  • Wer wir sind

    Die Stiftung SeeYou ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Hamburg, die sich dafür einsetzt, dass Kinder und Familien mit hohen Belastungen frühzeitig und passgenau Unterstützung erhalten. Seit ihrer Gründung verfolgt die Stiftung das Ziel, Entwicklungsrisiken für Kinder zu reduzieren, indem sie soziale, medizinische und präventive Angebote in der Geburts- und Frühenhilfelandschaft verankert. Wir sind ein interdisziplinäres Team aus Fachkräften aus Sozialarbeit, Gesundheitswesen, Projektentwicklung und Beratung. Gemeinsam arbeiten wir partnerschaftlich mit Kliniken, Gynäkologischen- und Pädiatrischen Praxen, Jugendämtern, und kommunalen Trägern, um niedrigschwellige Zugänge zu Hilfen zu schaffen und Versorgungslücken zu schließen.

  • Was wir verändern wollen

    In Deutschland erreichen viele präventive Angebote nicht die Familien, die sie dringend benötigen — das sogenannte Präventionsdilemma. Besonders (werdende) Eltern mit psychosozialen oder gesundheitlichen Belastungen nutzen Unterstützungsangebote zu selten. Das führt zu erhöhten Entwicklungsrisiken für Kinder und langfristigen Nachteilen. Unsere Vision ist, dass jedes Kind — unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation — die bestmöglichen Startchancen erhält. Dafür wollen wir die frühen Hilfen systematisch, nachhaltig und empathisch so gestalten, dass Familien diese Angebote verstehen, annehmen und davon profitieren können. 

  • Was wir machen

    Die Stiftung SeeYou entwickelt und implementiert passgenaue Programme und Beratungsangebote für die Geburts‑ und Frühehilfelandschaft. Wir arbeiten in Kooperationen, erproben skalierbare Modelle und begleiten Implementierungsprozesse in Städten und Gemeinden. Darüber hinaus betreiben wir Wissenstransfer durch Vorträge und Fortbildungsangebote, Netzwerkarbeit und politische Themenanwaltschaft, damit erfolgreiche Konzepte nachhaltig im System verankert werden.

     

    Unsere drei Kernprogramme:

     

    • Sozialmedizinische Nachsorge: Nachsorgeangebote für Familien mit kranken oder frühgeborenen Kindern, die medizinische, psychosoziale und rehabilitative Begleitung verbinden.
    • Das Programm Babylotse: Lotsendienste in Kliniken und Geburtshäusern sowie gynäkologischen und pädiatrischen Praxen in Hamburg, die werdende Eltern und Familien in belasteten Situationen frühzeitig identifizieren, beraten und an passende Unterstützungsangebote anschließen.
    • Verbreitung Lotsendienste nach dem Modell Babylotse: Beratung, Implementierungsbegleitung und Skalierung von Lotsen‑ und Koordinationsmodellen für Kommunen und Gesundheitseinrichtungen, damit erfolgreiche Ansätze flächendeckend wirken können.
  • Was wir bewirken

    Unsere Arbeit zielt auf frühe, präventive Wirkung: Familien erhalten rechtzeitig Unterstützung, Kinder erleben stabilere Entwicklungsbedingungen, und belastete Eltern finden Zugänge zu Versorgung und Beratung. Auf Systemebene tragen unsere Modellprojekte dazu bei, Strukturen zu verändern — etwa durch stärkere Verzahnung von Klinik, Jugendhilfe und Gesundheitswesen — und damit langfristig den Zugang zu Frühen Hilfen zu verbessern. Die Stiftung misst Erfolg nicht nur in Zahlen, sondern in konkret gestärkten Familienverläufen und nachhaltigen Integrationen bewährter Konzepte in kommunale Systeme. 

Warum es SeeYou braucht

Gesundheitliche Chancen sind ungleich verteilt. Schon vor, während und unmittelbar nach der Geburt legen sich die Weichen für die gesundheitliche und soziale Entwicklung eines Kindes. Diese frühen Lebensphasen sind besonders sensibel — und gleichzeitig sind die damit verbundenen Chancen in unserer Gesellschaft sehr ungleich verteilt.

So haben Kinder aus sozial benachteiligten Familien häufiger gesundheitliche und entwicklungsbezogene Risiken, die sich langfristig in schlechteren Bildungs‑, Gesundheits‑ und Teilhabechancen niederschlagen. Diese soziale Determination von Gesundheit verlangt gezielte, frühzeitige Maßnahmen, damit bestehende Ungleichheiten nicht vererbt werden.

Die Landschaft der Hilfsangebote ist vielfältig — aber häufig fragmentiert. Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Hebammenversorgung und soziale Dienste arbeiten oft nach eigenen Logiken, mit unterschiedlichen Zugängen, Zeiten und Verantwortlichkeiten. Diese Versäulung führt dazu, dass Familien mit komplexen Belastungen nicht unkompliziert und rechtzeitig die passende Unterstützung finden. Für viele Eltern entstehen dadurch hohe Barrieren beim Zugang zu Hilfen; Verantwortung und Wissen bleiben an Schnittstellen hängen, statt Familien unmittelbar zu erreichen.

Soziale Benachteiligungen und psychosoziale Belastungen erhöhen das Risiko für gesundheitliche Probleme bei Mutter, Vater und Kind — von belasteter Schwangerschaft über Schwierigkeiten in der frühen Bindungsentwicklung bis hin zu verzögerten motorischen oder sprachlichen Entwicklungen. Diese Risiken potenzieren sich, wenn präventive Angebote nicht wirksam, nicht vernetzt oder schlicht nicht bekannt und erreichbar sind. Das Resultat ist ein strukturelles Risiko für die betroffenen Kinder, das sich durch Lebensläufe zieht und gesellschaftliche Kosten nach sich zieht.

Unterstützung erreicht Familien zu spät. Ein zentrales Problem ist das sogenannte Präventionsdilemma: Gerade die Familien, die besonders von Belastungen betroffen sind, nutzen Unterstützungsangebote seltener oder zu spät. Gründe sind fehlendes Vertrauen, Scham, komplexe Zugangswege, zeitliche und finanzielle Hürden oder unzureichende Erkennung durch Fachpersonen. Wenn Hilfe erst dann ankommt, wenn sich Probleme verfestigt haben, sind Prävention und Frühförderung deutlich weniger wirksam — Chancen gehen verloren, Interventionen werden teurer und aufwändiger.

Die Stiftung SeeYou setzt genau an diesen Bruchstellen an: Wir identifizieren Unterstützungsbedarfe frühzeitig im Gesundheitssystem, gestalten niedrigschwellige Zugänge und fördern verzahnte Kooperationen zwischen Kliniken, Hebammen, Jugendhilfe und kommunalen Partnern. Durch passgenaue Begleitung, qualifizierte Lots*innen‑Formate und die Unterstützung von Implementierungsprozessen machen wir es möglich, dass Familien die Hilfen bekommen, die sie wirklich brauchen — bevor Risiken sich verfestigen. So trägt SeeYou dazu bei, gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern und Systemlücken nachhaltig zu schließen


Dr. Sönke Siefert
Geschäftsführer, Chefarzt

Dr. Sönke Siefert

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  • Qualifikationen

    • Abteilung Medizin-Management und Medizin-Öffentlichkeitsarbeit
    • Geschäftsführer der Stiftung SeeYou, Familienorientierte Nachsorge Hamburg
    • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
    • Neonatologie
  • Vita

    • 1990 - 1992 Klinik für Anästhesie des Klinikums der RWTH Aachen, Direktor Prof. Dr. G. Kalff
    • 1992 - 1994 Klinik für Pädiatrie des Reinhardt-Nieter-Krankenhauses Wilhelmshaven, Chefarzt Prof. Dr. H. - P. Krohn
    • 1994 - 1997 Altonaer Kinderkrankenhaus, Ärztl. Direktor Prof. Dr. W. Blunck, Abt. für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Ltd. Arzt Dr. Ch. Pörksen
    • Seit 1997 Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, zunächst Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin, seit 1999 Abteilung für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin
    • Seit 2004 Leiter der Abteilung für Medizinmanagement
    • Seit 2006 Geschäftsführer der Stiftung SeeYou Familienorientierte Nachsorge Hamburg
    • Seit 2008 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Bundesverband (früher Qualitätsverbund) Bunter Kreis
    • Seit 2012 Chefarzt Abteilung Medizin-Management und Medizin-Öffentlichkeitsarbeit und Geschäftsführer der Stiftung SeeYou Familienorientierte Nachsorge Hamburg
    • Seit 2014 Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Gesundheit & Frühe Hilfen
    • 2017 MBA Gesundheitsmanagement 
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