Projekt gestartet

An dem Projekt KID-PROTEKT, das mit über 2 Mio. Euro aus Mitteln des Innovationsfonds des Bundesgesundheitsministeriums gefördert wird, sind Mitarbeiter aus fast allen Bereichen der Stiftung beteiligt. Der Antrag mit dem Projekttitel „Kindzentrierte Psychosoziale Grundversorgung im Ambulanten Sektor“ (kurz: KID-PROTEKT) wurde im Frühjahr 2017 gestellt. Seit dem 1. September gibt es bei der Stiftung ein neues Team zur Umsetzung des Projektes – es geht los!

Ausschlaggebend für die Projektidee waren die positiven Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Frauenarztpraxen und Kinder- und Jugendarztpraxen im Projekt Babylotse ambulant. So ist es auch Ziel von KID-PROTEKT, Schwangere und Eltern in schwierigen und belastenden Lebensumständen zu unterstützen. Konkret sollen die bestehenden Routineuntersuchungen zur Schwangerenvorsorge bzw. Früherkennung von Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen um eine systematisch durchgeführte psychosoziale Belastungsanamnese erweitert werden. In einem clusterrandomisierten Kontrollgruppenvergleich wird untersucht, welcher Versorgungspfad am besten geeignet ist, um Familien möglichst frühzeitig aus dem Gesundheitssystem heraus in die Frühen Hilfen und andere soziale Sicherungssysteme weiterzuleiten und so einen Beitrag zu einer gesunden Kindesentwicklung zu leisten. Primäre Endpunkte der Studie sind Effektivität und Effizienz der präventiven Maßnahmen.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist externer Projektpartner und untersucht in einer begleitenden wissenschaftlichen Studie, wie es am besten gelingt, belastete Familien über Unterstützungsangebote aus dem Bereich der Jugendhilfe, vor allem aus den Frühen Hilfen, zu informieren und zu deren Inanspruchnahme zu motivieren. In einem empirischen Vergleich gegenüber einer Kontrollgruppe (Treatment as usual) wird eine auf Qualifizierung des Praxispersonals basierende Variante verglichen mit einem Lotsenmodell, bei dem die Praxen durch eine sozialpädagogische Fachkraft zusätzlich unterstützt werden. Diesen Teil übernehmen Babylotsen von SeeYou. Außerdem werden niedergelassene Gynäkologen und Pädiater aus Hamburg und der Metropolregion gesucht, die sich an der Studie beteiligen möchten. 

Auf Basis der Studienergebnisse werden gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse, ebenfalls Kooperationspartner im Projekt, und mit weiteren Experten Empfehlungen für eine Überführung der neuen Versorgungsform in die Regelversorgung erarbeitet. Ein unabhängiger Fachbeirat steht beratend zur Seite und kam erstmalig am 26. Oktober im Wilhelmstift zusammen.


Das Projekt: Kindzentrierte Psychosoziale Grundversorgung im Ambulanten Sektor

Hintergrund

Pränataler Stress und frühkindliches Erleben von psychosozialen Belastungen können lebenslange gesundheitliche Konsequenzen haben. Medizinische und psychosoziale Interventionen müssen daher sehr früh – in Schwangerschaft und frühester Kindheit – ansetzen. Innerhalb der Jugendhilfe gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote für Familien mit psychosozialen Belastungen. Häufig erreichen jedoch gerade Familien mit intensivem Unterstützungsbedarf diese Hilfen nicht aus eigener Kraft.

Elemente einer neuen Versorgungsform

Eine in der Arztpraxis systematisch durchgeführte psychosoziale  Belastungsanamnese kann helfen, Belastungsfaktoren und damit potenzielle Risikofaktoren, die eine gesunde Kindesentwicklung gefährden können, frühzeitig zu erkennen. Hierfür werden die bestehenden Routineuntersuchungen zur Schwangerenvorsorge bzw. zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen gezielt um Fragen zur psychosozialen Situation erweitert. Bei erkennbarem Unterstützungsbedarf erhalten Familien Empfehlungen zur Inanspruchnahme regionaler Hilfsangebote sowie entsprechendes Informationsmaterial. Bei komplexeren Problemlagen kann es hilfreich sein, dass eine sozialpädagogische Fachkraft in der Funktion eines „Lotsen“ die weitere Klärung von Anliegen übernimmt, die Familie begleitet und an wohnortnahe Hilfsangebote überleitet.


Die Studie

In einem clusterrandomisierten Kontrollgruppenvergleich wird untersucht, welcher Versorgungspfad am besten geeignet ist, um Familien möglichst frühzeitig aus dem Gesundheitssystem heraus in die Frühen Hilfen und andere soziale Sicherungssysteme weiterzuleiten und so einen Beitrag zu einer gesunden Kindesentwicklung zu leisten. Primäre Endpunkte der Studie sind Effektivität und Effizienz der jeweiligen präventiven Maßnahmen. Als sekundäre Endpunkte werden untersucht: Akzeptanz und Machbarkeit, Selbstwirksamkeitserwartung und Lebensqualität, regionale Einflüsse und Strukturparameter.

 

Kontakt

Nikola Nitzschke
Projektleitung und Ansprechpartnerin für KID-PROTEKT

Tel.: 040 605 66 2022
n.nitzschkedon't want spam(at)seeyou-hamburg.de

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