Hilfe bei Drillings-Stress

Drei kleine Jungs kommen im Oktober im Marienkrankenhaus per Kaiserschnitt zur Welt: 13 Wochen zu früh. Es sind Drillinge: Finn 1230 g, Niklas 1080g und Jacob 845 g. Die Freude ist riesengroß – die Sorgen um die drei Jungen sind es auch.

Die ersten Wochen verbringen die Jungen auf der Kinderintensivstation des Kinderkrankenhauses Wilhelmsstift. Die Ärzte prüfen immer wieder, ob ihre Herzchen regelmäßig schlagen und Blut durch die kleinen Körper fließt. In der ersten Zeit brauchen sie noch Beatmungsgeräte und brauchen.

Die Ärzte verabreichen ihnen immer wieder Medikamente und spritzen ihnen Nahrung durch die Venen. Für den Start ins Leben müssen die drei unbedingt Gewicht zulegen. Die Ärzte helfen den Frühchen Komplikationen am Herzen und an den Nieren zu überstehen und behandeln eine starke Blutarmut. Mit therapeutischen Übungen werden Beinchen und Ärmchen gekräftigt und die Beweglichkeit gefördert.

Drei lange Monate dauert es bis Jacob und Niklas nach Hause dürfen. Finn ist noch nicht stabil genug, er muss noch zwei Wochen länger als seine beiden Brüder in der Klinik bleiben. Das bedeutet für die Eltern, dass einer von beiden mit einem Baby in der Klinik übernachtet, während der andere allein mit zwei Säuglingen zu Hause ist. 

Auch zu Hause sind die Kleinen an einem Überwachungsgerät angeschlossen. Es überprüft Atmung und Herzfunktion. Einerseits ist das beruhigend. Zumindest, wenn alles läuft wie es laufen soll. Andererseits kann es auch brenzlig werden, sollte ein Alarm ausgelöst werden. Im Notfall müssen die frischgebackenen Eltern haargenau wissen, was zu tun ist. Im schlimmsten Fall müssen sie ihre Kinder selbst reanimieren können. 

Tatsächlich geht in der Zeit zu Hause der Alarm an. Jacob muss rasend schnell versorgt werden. Die Eltern bringen den Kleinen zurück in die Kinderklinik. Jacob hat Glück gehabt, er darf nach drei Tagen ständiger Beobachtung wieder zurück nach Hause.

Direkt nach der Entlassung unterstützt eine ambulante Kinderkrankenschwester von der Stiftung SeeYou die Drillingsfamilie. Sie hilft den Eltern Schritt für Schritt gemeinsam den Familienalltag zu meistern. Sie macht Termine beim Kinderarzt, organisiert die Krankengymnastik, unterstützt die frühe Förderung - um nur einige ihrer Aufgaben zu nennen.

Diese hochprofessionelle, sozialmedizinische Nachsorge der Kinderkrankenschwester stärkt und stabilisiert die überforderte Drillingsfamilie. Jacob, Finn und Niklas können so körperlich und seelisch von klein auf gefördert werden und sich bestens entwickeln.