Geborgenheit in einer Pflegefamilie

Mara kommt in der 27. Schwangerschaftswoche mit einem Down-Syndrom und einem Herzfehler auf die Welt. Ihre Eltern sind mit der Situation überfordert und so vertrauen ihr Kind zunächst einer Bereitschaftspflegefamilie an. Während des langen Klinikaufenthaltes kümmert sich auch eine Praktikantin der Station häufig und sehr liebevoll um Mara und entwickelt eine enge Bindung. Sie ist Maras erste Bezugsperson, und so liegt es nahe, dass sie sich dauerhaft  als Pflegemutter zur Verfügung stellt.

Bei ihrer Entlassung kommt Mara vorübergehend in die  Bereitschaftspflegefamilie. Sie wiegt 2000 Gramm und stellt die sehr engagierte Pflegefamilie bei aller Erfahrung mit Kindern pflegerisch zunächst vor große Herausforderungen. Ein Monitor überwacht ihre Herzfrequenz, die Verabreichung der zahlreichen Medikamenten erweist sich als schwierig. Außerdem soll Mara unbedingt an Gewicht zulegen.

Ein Team aus Kinderkrankenschwestern, Ärztin, Psychologin und Sozialpädagogin von SeeYou kümmert sich um das Kind und seine Pflegeeltern. Die Nachsorgeschwester informiert bei Ernährungsfragen, unterstützt bei Unsicherheiten hinsichtlich des Herzmonitors und leitet die Beantragung eines Behindertenausweises ein.

Vier Wochen nach Maras Entlassung trifft das Jugendamt die Entscheidung, die ehemalige Praktikantin aus dem Wilhelmstift als Dauerpflegemutter einzusetzen – Mara darf erneut in ein neues Zuhause “umziehen“. Um einen guten Start zu gewährleisten, trifft sich die Nachsorgeschwester im Vorwege mit der neuen Pflegemutter bei der derzeitigen Pflegefamilie, um die vielen Handgriffe der medizinischen Pflege zu besprechen und zu üben. Auch offene Fragen zur benötigten Ausstattung der Wohnung lassen sich klären und ein Kontakt zum nächsten Kinderarzt und einer Physiotherapeutin herstellen, so dass Mara zukünftig gut in ihrer neuen Familie aufgehoben ist und liebevoll umsorgt aufwachsen kann.

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Susanne Apel, Kinderkrankenschwester

„Es hat mir Freude bereitet, Menschen, die sich vorbehaltlos für ein Kind einsetzen, zu unterstützen. Es war schön, zu erleben, dass den Familien durch unsere Unterstützung Zeit blieb, diesem kleinen Mädchen Geborgenheit zu geben, weil sie das Gefühl hatten, mit ihren Fragen nicht allein zu sein.“