Tarek – Trisomie 21 – schwere Prüfung für eine frisch immigrierte Familie

Tarek ist ein reifes Neugeborenes mit einer Trisomie 21, dem Down-Syndrom. Die Diagnose war vorher nicht bekannt. ZuäŠtzlich hat Tarek noch ein Loch in der Herzscheidewand und eine ausgepräte Muskelschwähe. Das Kind trinkt sehr schlecht und langsam. Drei Wochen nach Geburt wird Tarek nach Hause entlassen.

Aus Freude wird Angst

Tarek ist das füne Kind seiner vor zwei Jahren aus Afghanistan nach Deutschland immigrierten Eltern. Der Familienvater ist Ingenieur, jetzt in Deutschland arbeitslos. Er kümmert sich um alle Belange seiner Familie und spricht schon recht gut Deutsch, während die wesentlich jüngere Mutter sehr eingeschüchtert und unselbstständig wirkt. Sie verlässt alleine niemals das Haus und spricht kaum Deutsch. Alle Entscheidungen werden vom Vater getroffen. Die Diagnose Trisomie 21 werten die Eltern als Strafe Gottes und sind bemüht, die Diagnose vor der übrigen Großfamilie zu verheimlichen.

Die Freude über die Geburt ihres Sohnes wandelt sich angesichts der unerwarteten Behinderung schnell in Angst und Verzweiflung. Tareks Eltern haben unendlich viele Fragen zu seinen Entwicklungschancen und fragen nach möglichen Fördermaßnahmen und Therapien. Die Eltern-Kind-Bindung erscheint stark gefährdet. Der behandelnde Stationsarzt verordnet Sozialmedizinische Nachsorge zur Stabilisierung der Familie und zum Wohle des Kindes.

Was ist zu tun?

Im Fall von Tarek und seiner Familie geht es vor allem um Akzeptanz und Bewältigung der Behinderung des Kindes. Nur dann kann eine gute und liebevolle Eltern-Kind-Bindung entstehen. Darüber hinaus sind wohnortnahe Fördermöglichkeiten für Tarek zu finden und entsprechende Termine zu vereinbaren. Hilfreich erweist sich außerdem der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe. Speziell die Mutter braucht Kontakt zu anderen betroffenen Müttern, nach Möglichkeit mit derselben Muttersprache. Neben einem Deutschkurs für die Mutter gilt es, einen Schwerbehindertenausweis zu organisieren und die Familie bei einem Antrag auf Pflegestufe für Tarek zu unterstützen.

Die Familienkinderkrankenschwester Frau B. und die Psychologin Frau S. von SeeYou kümmern sich 12 Wochen lang liebevoll und umfassend um Tarek und seine Familie. Sie unterstützen die Familie ganzheitlich sowohl in medizinisch/therapeutischen als auch sozialen Belangen und arbeiten intensiv am Ziel der Krankheitsakzeptanz und -bewältigung.

Auf einem guten Weg

Nach 12 Wochen Begleitung durch die Fachkräfte von SeeYou sieht die Welt schon ganz anders aus: Alle Familienmitglieder lieben Tarek wegen seines freundlichen Wesens. Die gute Eltern-Kind-Bindung ist deutlich zu spüren. In der Nachbarschaft lebt eine ebenfalls betroffene Familie, die Mütter treffen sich mittlerweile regelmäß. Tareks Mutter besucht jetzt zweimal wšchentlich zusammen mit einer Freundin einen Deutschkurs und macht gute Fortschritte, während der Vater in der Zwischenzeit die Kinder betreut. Alle Fördermaßnahmen sind in die Wege geleitet, ein Schwerbehindertenausweis und eine Pflegestufe sind beantragt.

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